Wurzelbehandlung - Dem Problem systematisch an
die Wurzel gehen

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Ein gesunder Zahn besteht aus einer Zahnkrone und aus einer oder mehreren Zahnwurzeln. Die Zahnkrone (der sichtbare Teil) ist durch eine Schicht aus sehr hartem Zahnschmelz geschützt. Im Inneren der Zahnkrone und der Zahnwurzel befindet sich der Zahnnerv. Dieser besteht aus Bindegewebe, Blut- und Lymphgefäßen und natürlich auch Nervenfasern.

Wurzelbehandlung in München

Bei einer Zerstörungen des Zahnes (durch Karies, Unfall, etc.) kann sich der „Nerv“ (die Pulpa) entzünden und nachfolgend absterben (Schmerzbehandlung). Bakterien können jetzt über die Wurzelkanäle in den Körper eindringen und im Knochen an den Wurzelspitzen Entzündungen hervorrufen. Die körpereigene Abwehr reagiert auf diese Bakterieninvasion schlimmstenfalls mit einem schmerzhaften Eiterherd an der Wurzelspitze. Zudem wird der gesamte Körper durch solche Infektionen belastet.

Derartige Infektionen an (noch) lebenden oder bereits nervtoten Zähnen werden mit Hilfe einer „Wurzelbehandlung“ bekämpft.

Ist eine Wurzelbehandlung schmerzhaft?

DC1 - Zahnarztpraxis im Maximiliansforum -  - München

Nein! Weder die Wurzelbehandlung noch die Zeit danach sollten schmerzhaft sein! Im Rahmen einer Wurzelbehandlung müssen die Abwehr- und Heilkräfte des Körpers arbeiten, was von jedem Patienten anders empfunden wird. Dieses innere „Umstellen der Körperabwehr“ kann bis zu fünf Tagen anhalten. Während dieser Zeit kann die Einnahme von leichteren Schmerzmitteln für einige Patienten eine Unterstützung sein. Bei hochakut entzündeten Zahnnerven ist die initiale Behandlung manchmal unangenehm, weil die Betäubungsmittel eventuell nur eingeschränkt wirken.

In unserer Zahnarztpraxis in München, sprechen wir im Vorfeld mit unseren Patienten über die Schmerzbehandlung und die Behandlungsmöglichkeiten.

Ursachen

  • Ursachen für das Entzünden oder Absterben des Zahnnerves können sein:

    • Tiefe Karies (häufigster Grund)
    • Durch einen Zahnschmelzriss oder eine Zahnschmelzfraktur (meist unsichtbar) gelangen Bakterien in die Pulpa (Zahnnerv) und infizieren diese.
    • Ein Trauma (z. B. beim Präparieren einer Krone) kann zu akuter Entzündung der Pulpa führen.
    • Bei → Parodontitis (Zahnfleischentzündung) können Bakterien die Pulpa durch die Dentintubuli (Poren in der Zahnoberfläche) infizieren.
    • Schmerzen im → Kiefergelenk und/oder in der Muskulatur im Kopf-, Schulter- und Nackenbereich.

Symptome

  • Symptome, die häufig in Zusammenhang mit einem irreversibel geschädigten
    Zahnnerv auftreten können, sind zum Beispiel:


    • Deutlich verlängerte und ausgeprägte Schmerzen auf Heiß oder Kalt.
    • Aufbiss- und Berührungsempfindlichkeit des Zahnes.
    • Verfärbung des Zahnes.
    • Schwellung und Druckschmerzhaftigkeit im Bereich des umliegenden Zahnfleisches.
    • Langwierige Wurzelprobleme mit teilweise nur diffusen Beschwerden.

Wurzelbehandlungen

Akute Nervenentzündung
Durch z. B. eine sehr tiefe Karies kann es zu einer Entzündung des Zahnervs (der „Zahnpulpa“) kommen. Diese bildet sich häufig zurück, wenn der bakterielle Reiz (die Kariesbakterien im „Loch“) erstmal entfernt und die Kavität mit einer dichten Füllung verschlossen wird.

Dennoch kann die Entzündung auch bestehen bleiben oder sich gar verschlimmern. Sehr oft führt dies in der Folge nur zu leichten Beschwerden, so dass nicht immer sofort der Zahnarzt aufgesucht wird. Die Antwort des Abwehrsystems kann aber auch so stark ausfallen, dass es in sehr kurzer Zeit zu kaum erträglichen Zahnschmerzen kommt. Der Zahn wird extrem empfindlich gegenüber Temperaturveränderungen (Kälte) und selbst leichten Berührungen. Schmerzmittel helfen nur kurzfristig oder kaum noch, so dass sehr schnell zahnärztliche Hilfe erforderlich ist.

In diesen Fällen ist die Zahnpulpa (der „Nerv“) irreversibel geschädigt und muss entfernt werden. Nach einer lokalen Anästhesie wird der Zahn geöffnet, die entzündete Zahnpulpa entfernt und eine Wurzelbehandlung durchgeführt. Insbesondere unter den Bedingungen einer hochakuten Entzündung kann eine wirkungsvolle Betäubung manchmal erschwert sein, dennoch ist eine konsequente und fachgerechte Therapie möglich und notwendig!

Wurzelspitzenentzündung
Wenn der Zahnnerv ohne starke Symptome abstirbt, greift die Entzündung auf den Bereich der Wurzelspitze über. Der betroffene Zahn erscheint häufig „verlängert“, so dass beim jedem Zahnkontakt der erkrankte Zahn besonders belastet wird. Das Kauen kann jetzt zu einer schmerzhaften Qual werden. Auch hier entsteht am Anfang z. B. ein Loch (Karies), welches womöglich mit einer Füllung versorgt wurde. Dann finden die Bakterien einen neuen Weg und das Loch wird größer. Bei jedem dieser Bakterienangriffe entzündet sich die Zahnpulpa (der „Nerv“) erneut, überlebt diese Angriffe aber meistens und wird wieder gesund.

Manchmal überlebt die Zahnpulpa diese Angriffe aber auch nicht und stirbt ab. Dies kann mit sehr geringen Schmerzen geschehen, ohne dass die Beschwerden Anlass für einen Zahnarztbesuch wären (siehe auch PULPITIS). Die Bakterien vermehren sich in dem feinen System der Wurzelkanäle und suchen den Weg aus dem Zahn heraus. Die nächste Abwehrfront des Körpers ist das lebende Gewebe an der Wurzelspitze. Dort kann sich dann eine akute Entzündung entwickeln. Diese „drückt“ den Zahn förmlich aus dem Zahnfach heraus, so dass ein Belasten des Zahnes extrem schmerzhaft werden kann.

Im Rahmen einer Notbehandlung ist die Öffnung des Zahnes und somit die Entlastung der Entzündung der wichtigste erste Schritt. Eine vollständige chemo-mechanische Reinigung des Kanalsystems bleibt danach einzige kausale Therapie. Das kurzfristige Offenlassen eines bakteriell infizierten Zahnes (1 bis 2 Tage) verschlechtert die spätere Prognose in der Regel nicht, sofern baldmöglichst eine vollständige Reinigung und Desinfektion unter Kofferdam erfolgt. Das „Aufbohren und Offenlassen“ stellt zwar keine wirkliche Therapie dar, entspricht aber den sogenannten „Richtlinien“ der gesetzlichen Krankenkassen. Im Rahmen dieser Richtlinien, darf erstaunlicherweise bei der Notbehandlung die Reinigung der Wurzelkanäle nur in Ausnahmefällen abgerechnet werden.

Chronische Entzündung
Wenn sich in einem devitalen Zahn Bakterien vermehren, versucht der Körper an den Öffnungen der Wurzelkanäle eine Abwehr aufzubauen. Dafür wird der Knochen abgebaut und durch Entzündungsgewebe ersetzt. So eine Entzündung kann während einer akuten Phase sehr schmerzhaft sein. Häufiger bleibt diese Entzündung jedoch in einem subakuten oder chronischen Stadium und führt dann nur sehr eingeschränkt bzw. überhaupt nicht zu Schmerzen.

Derartige chronische Entzündungen werden oft nur durch Zufall entdeckt, weil sich im Röntgenbild dunkle „Schatten“ an den Wurzelspitzen der betroffenen Zähne zeigen. Es ist dann nicht die Frage „ob“ sondern nur „wann“ diese chronischen Entzündungen akut und somit schmerzhaft werden.

Revision
Oft ist ein Zahn bereits mit einer Wurzelbehandlung therapiert worden. Wenn nach der zuerst durchgeführten Wurzelbehandlung noch Keime im Zahn zurück bleiben, können diese später erneut für eine häufig chronische, aber auch für eine akute Entzündung an der Wurzelspitze sorgen.

Wir sehen dann im Röntgenbild zwar eine erfolgte Wurzelbehandlung, nämlich die Wurzelfüllung, aber möglicherweise auch eine neue (oder nicht verheilte alte) Entzündung. Die vorhandene Wurzelfüllung kann im Röntgenbild ungleichmäßig (inhomogen) oder auch zu kurz erscheinen. In diesen Fällen sind offensichtlich in den Hohlräumen Bakterien zurück geblieben, die eine Entzündung verursachen können. Ob diese bereits im Röntgenbild sichtbar ist, hängt von der Abwehrleistung des Körpers ab.

In jedem Fall sollte dann die alte, erfolglose Wurzelbehandlung revidiert werden, damit die Infektion beseitigt werden kann. So kann die „Zeitbombe entschärft“ und der Zahn längerfristig erhalten werden!

Zahnunfall
Insbesondere in einem Alter zwischen 8 und 16 Jahren erleiden viele Kinder und Jugendliche einen Unfall mit Verletzungen der Zähne. In über 80 Prozent dieser Unfälle sind dabei die Frontzähne betroffen. Die leichteste Verletzung ist das Abbrechen eines Teils der Zahnkrone ohne (sichtbare) Verletzung der Zahnpulpa (des „Nervens“), die schwerwiegendste ist der vollständige Zahnverlust (Avulsion).

Bei jedem Zahnunfall besteht die Gefahr, dass der Zahn abstirbt und sich in der Folge eine Entzündung bildet. Besonders gravierend ist dies, wenn das Wurzelwachstum noch nicht abgeschlossen ist, und der Zahn noch keine normale Wurzelspitze ausgebildet hat.

Wichtig ist in jedem Fall eine schnellstmögliche Versorgung und in der Folge eine engmaschige Kontrolle um weiteren Schäden vorzubeugen! Bei den meisten Zahnunfällen können heute die Spätfolgen minimiert werden, oft sogar der Zahn „am Leben gehalten“ werden. Übrigends: Ein Großteil der Zahnunfälle ereignet sich während des Sports. Es ist daher bei vielen Sportarten ausgesprochen sinnvoll einen Zahnschutz zu tragen!

Unterstützende Technik

Kofferdam
Der Kofferdam ist ein altbekanntes Hilfsmittel in der Zahnheilkunde. Er besteht aus einem dünnen Latexgummi und isoliert den zu behandelnden Zahn von seiner Umgebung und damit von den in der Mundhöhle vorhandenen Bakterien. Wenn wir eine Wurzelbehandlung erfolgreich durchführen wollen, ist diese Asepsis (Keimfreiheit) sehr wichtig. Um den Zahn zu erhalten, muss das Zahninnere dauerhaft von Bakterien befreit werden.

Ein Kofferdam garantiert in der Wurzelbehandlung Asepsis, ruhiges und sauberes Arbeiten, Schutz vor Aspiration und Spüllösungen.

Operationsmikroskops
Mit Hilfe diesem werden die Zugänge zu den Hauptwurzelkanalsystemen dargestellt. Die einzelnen Zugänge sind manchmal recht schwierig zu finden, sehr oft sind einzelne Zugänge stark „verkalkt“ oder zweigen erst nach einigen Millimetern von anderen Hauptkanälen ab. Erst die genaue Kenntnis anatomischer Variationen, sowie die Ausleuchtung und Vergrößerung durch ein Operationsmikroskop oder Dentalmikroskop ermöglichen ein präzises und damit erfolgversprechendes Arbeiten. Nur bei einer vollständigen Reinigung und Desinfektion kann von einer langfristig erfolgreichen endodontischen Therapie ausgegangen werden.

Durch den Einsatz des Operationsmikroskops (OPM) lassen sich die Zahnstrukturen besser darstellen. Viele Details des komplexen Wurzelkanalsystems können vor und während der Aufbereitung dadurch erst richtig erkannt und demnach erfolgreich behandelt werden! Eine optimale Ausleuchtung des Zahninneren ist im Regelfall ohne ein OPM kaum zu erreichen.

Die Behandlung mit Hilfe des Operationsmikroskops ist fast die gesamte Zeit möglich und sinnvoll. Jeder einzelne Arbeitsschritt der Wurzelbehandlung kann so gezielt durchgeführt und direkt überprüft werden.

pdfDer Behandlungsablauf
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Weitere Informationen zur "Wurzelbehandlung", in unserer Zahnarztpraxis in München, finden Sie im bereitgestellten PDF zum herunterladen.

Welche Risiken bestehen?

DC1 - Zahnarztpraxis im Maximiliansforum -  - München

Bedingt durch die komplizierten Kanalstrukturen und Wurzelkrümmungen beinhaltet eine Wurzelbehandlung einige Risiken. Die äußerst feinen, nur zehntel Millimeter starken, Instrumente, welche zur Bearbeitung verwendet werden, können in ungünstigen Fällen frakturieren und eine weitergehende Therapie erschweren. Bei besonders ungünstigen anatomischen Voraussetzungen kann es zu einer unerwünschten Eröffnung des Kanalsystems zum Zahnäußeren (einer "Perforation") kommen.

Bei notwendigen Wiederholungen von Wurzelbehandlungen kann ein Bruch des Zahnes auftreten oder eine Therapie, durch die bereits anderweitig erfolgte Bearbeitung des Zahnes, erschwert bzw. unmöglich sein. Durch diese Komplikationen kann die teilweise oder vollständige Entfernung des Zahnes notwendig werden. Selbst eine hochwertige, und nach allen Regeln der zahnärztlichen Kunst, durchgeführte Wurzelbehandlung kann den Therapieerfolg nicht immer garantieren und einen operativen Folgeeingriff (zu einer Entfernung aller Entzündungsherde) notwendig werden lassen.

Hochwertig ausgeführte Wurzelbehandlungen haben in der Regel eine Erfolgsquote von 70 bis 95 Prozent.

Wird der behandelte Zahn dunkler werden?

Vereinzelt verfärben sich die therapierten Zähne durch das im Blut vorhandene Eisen oder andere Stoffwechselprodukte. Starke Verfärbungen lassen sich in der Regel jedoch durch eine entsprechend gründliche und saubere Behandlung vermeiden. Falls es zu einer Verfärbung des Zahnes nach der Wurzelbehandlung kommen sollte, kann man durch eine Aufhellung den Zahn farblich wieder angleichen.

Wie ist der Langzeiterfolg einer Wurzelbehandlung?

Bei einer optimal verlaufenden Behandlung ist der wurzelbehandelte Zahn, bis auf wenige Einschränkungen, wie ein gesunder Zahn zu betrachten. Unbedingt erforderlich ist dazu jedoch die möglichst zeitnahe Versorgung des Zahnes mit einer stabilisierenden Rekonstruktion bei Seitenzähnen einer Krone oder Teilkrone. Nur dadurch kann eine Reinfektion sicher vermieden und die Substanzschwächung ausgeglichen werden.

Dental Competence

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