Kiefergelenk-Therapie/ Schienentherapie

Get Adobe Flash player

Kieferorthopädie, "kraniomandibulären Dysfunktion CMD" und das Kiefergelenk

Kiefergelenk und Kaumuskulatur sind die Voraussetzung für jede Bewegung unseres Unterkiefers. Ihr Kiefergelenk nehmen Sie erst wahr, wenn die gesunde Funktion in irgendeiner Weise gestört ist.

Kleinere Störungen im Kiefergelenk- und Kaubereich sind bei ca. 3/4 aller Menschen zu finden. Aber nur fünf Prozent leiden unter den Beschwerden derart, dass sie einen Zahnarzt bzw. Kieferorthopäden aufsuchen.

Was bedeutet "Kraniomandibuläre Dysfunktion CMD" ?

Die kraniomandibuläre Dysfunktion umfasst alle schmerzhaften und nicht schmerzhaften Beschwerden, die auf strukturelle, biochemische und psychische Fehlregulationen der Muskel- und/ oder Kiefergelenk-Funktion zurückzuführen sind. In der Schweiz spricht man von "Myoarthropathie", im Englischen von "Temporomandibular Disorder TMD". (Definition des →"International College of Cranio-Mandibular Orthopedics", Sektion Deutschland, 2001)

Ursachen und Risikofaktoren

DC1 - Zahnarztpraxis im Maximiliansforum -  - München

Häufig wiederkehrende oder chronische Schmerzen sind ein typisches Merkmal unserer westlichen Zivilisation , leiden doch viele Menschen an anhaltenden oder häufig rezidivierenden Kieferschmerzen, Gesichtsschmerzen, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder an anderen schmerzhaften Beeinträchtigungen. Während in früheren Zeiten Erkrankungen meist kurz und heftig waren und der Betroffene entweder gesundete oder verstarb, so kann heute durch unsere medizinischen Errungenschaften fast jedem akut Erkranktem wirksam geholfen werden. Manchmal ist die Heilung allerdings nur vordergründig, die Erkrankung nur scheinbar überwunden, da sie sich nach und nach zu einer dauerhaften schmerzhaften Beeinträchtigung wandelt. Solche Krankheitsverläufe sind häufig im Bewegungsapparates zu finden. So können zwar auch akute Schmerzen, die durch Unfälle oder andere Ereignisse verursacht sind, zunächst erfolgreich behandelt werden, aber nicht selten kommt es in der Folge zu chronischen Schmerzsyndromen im muskuloskelettalen Apparat (Kieferschmerzen, Schmerzen im Kiefergelenk).

Ein anderes typisches Merkmal unserer heutigen Gesellschaft ist die "chronische psychische Anspannung", bedingt durch berufliche, familiäre oder andere soziale Faktoren. Zielorgane von solchem Stress sind nicht nur der Magen oder das "Nervenkostüm", nein auch die Zähne sind ein allgemein bekanntes "Hilfsmittel", um die angestaute Anspannung mit Hilfe der Kaumuskulatur und dem Kiefergelenk abzuarbeiten (Zähneknirschen, Bruxismus). Nun könnte man argumentieren, dass die Menschen schon immer unter Stress zu leiden hatten, ja, man sollte meinen, dass sie diesen bei ihrem Überlebenskampf in früheren Zeiten noch erheblich mehr als wir heute zu erdulden hatten. Allerdings fanden sie auch hinreichend körperlichen Ausgleich und konnten so diesen Stress durch harte tägliche Anstrengung bei der Nahrungssuche und dem Überlebenskampf wieder abbauen.

Der Mangel an Bewegung und körperlichem Training ist somit ebenso eines der großen gesundheitlichen Probleme unserer Zeit, wie es die ungenügende Stressbewältigung ist. Der durchschnittliche Erwachsene braucht heute in der Regel bei der Arbeit oder in der Familie nahezu keine körperlich trainierenden Tätigkeiten mehr auszuüben und kann sich bei schweren Arbeiten fast völlig auf Maschinen verlassen. Hinzu kommt, dass unsere Ernährungsgewohnheiten diesen Bedingungen nicht Rechnung tragen und es durch unausgewogene bzw. zu reichliche Nahrungsaufnahme häufig zu zusätzlichen Belastungen des Körpers im Besonderen auch des Bewegungsapparates kommt (Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen etc.). Neuere Forschungsergebnisse belegen, dass hormonelle Faktoren einen wesentlichen Anteil an der Entstehung von Schmerzen und einer erhöhten Schmerzempfindlicheit haben können (z.B. im Kiefergelenk und Kaumuskulatur).

Im Mundbereich kommt hinzu, dass hier häufig ein hoher Therapiebedarf besteht, sei dies durch Kieferfehlwachstum, Karies oder Erkrankungen des Zahnhalteapparates bedingt. Therapeutische Maßnahmen wie Kieferregulierungen, Füllungen oder Zahnersatz führen so zu einer immer größer werdenden Beanspruchung der natürlichen Anpassungsfähigkeit der beteiligten Geweben in der gesamten Kopfregion.

Diese Vielzahl von Risikofaktoren können nun dazu führen, dass im Zusammenspiel der weichen und festen Strukturen der Kopfregion ein immer größeres Ungleichgewicht auftritt. Die Muskulatur verspannt und wird schmerzhaft, die Zähne werden empfindlich oder nutzen sich übermäßig ab (Zähneknirschen, Buxismus), das Kiefergelenk beginnt zu knacken, oder schmerzt bei der Bewegung.

Symptome

DC1 - Zahnarztpraxis im Maximiliansforum -  - München

Häufig auftretende Symptome dieser Erkrankung, die u.a. in der → Kieferorthopädie diagnostiziert werden, sind z.B. Kieferschmerzen, Kaumuskelschmerzen, Kiefergelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Geräusche im Kiefergelenk, Tinnitus aber auch Schmerzen in nicht primär involvierten Strukturen, wie z. B. dem Nacken. Symptome einer Kraniomandibulären Dysfunktion, die bei der Diagnostik Berücksichtigung finden sollten (CMD-Symptomliste), sind:


  • Zähne
    • Knirschen, Bruxismus, Pressen der Zähne, empfindliche Zähne, Zahnschmerzen, Biss stimmt nicht (Bissprobleme)
  • Kiefergelenk
    • Kiefergelenk Schmerzen, Knacken im Kiefergelenk, Reiben im Kiefergelenk
  • Kiefer und Mund
    • Kieferschmerzen, Mund geht nicht richtig auf, einseitiges Kauen, Verspannung der Kiefer beim Kauen, taubes Gefühl im Kiefer
  • Kopf und Gesicht
    • Kopf und Gesicht, Kopfschmerzen, Gesichtsschmerzen, taubes Gefühl im Gesicht, Haare werden empfindlich
  • Ohren
    • Ohrgeräusche, Ohrschmerzen, Schwindel
  • Augen
    • Schmerzen hinter den Augen, Lichtempfindlichkeit, Sehstörungen
  • Hals und Nacken
    • Schluckbeschwerden (Globusgefühl), Halsschmerzen, Unfall mit Verletzung der Kiefer, Schleudertrauma, Vollnarkose, lange Mundöffnung bei Zahnbehandlung
  • Körper
    • Nackenschmerzen, Schulterschmerzen, Rückenschmerzen, taubes Gefühl in Armen oder Beinen, Schlafstörung, Schnarchen, Atemaussetzer in der Nacht, Müdigkeit am Tage
  • Psychosoziale Faktoren
    • Stress in der Schule/ Arbeit/ Familie, innere Unruhe, Grübelei, Depression, Ängste, früheres traumatisches Erlebnis

Diagnostik

Zur Diagnostik der "kraniomandibulären Dysfunktion CMD" werden vom Kieferorthopäden/ Zahnarzt folgende Maßnahmen eingeleitet:

  1. Ein gründliches Eingangsgespräch mit Verwendung von standardisierten Fragebögen (Symptomliste).
  2. Eine somatische Untersuchung von Kieferöffnung, Kaumuskulatur und Kiefergelenk (Klinischer Funktionsstatus).
  3. Eine Panoramaaufnahnahme (OPG/OPT) von Ober- und Unterkiefer ist häufig sinnvoll um zahnärztliche und chirurgische Ursachen von Schmerzen auszuschließen.
  4. Auswertung von einem oder mehreren Fragebögen aus der Schmerzpsychologie zur Frühdiagnostik von psychosozialen Beeinträchtigungen.

Bei komplexen Krankheitsbildern können aufwendige apparative, radiologische und/ oder psychologische Verfahren Anwendung finden sowie andere Fachrichtungen hinzugezogen werden. Elektronische Diagnoseverfahren sind notwendig bei der Diagnostik von Kiefergelenk Schmerzen, Gesichtsschmerzen, Kieferschmerzen, Zähneknirschen und Bruxismus.

→ weitere Informationen

Behandlung

DC1 - Zahnarztpraxis im Maximiliansforum -  - München




Der Grundgedanke bei einer Therapie von CMD ist der schonende Einsatz von reversiblen Mitteln. Dabei werden wissenschaftlich anerkannte Therapiekonzepte, je nach Schwere der Erkrankung, stufenweise und individuell auf den Patienten abgestimmt.




  1. Die Aufklärung des Patienten über die Krankheitszusammenhänge und eine exakte Diagnose ist der erste und wichtigste Schritt zu einer positive Beeinflussung der Krankheit.
  2. Wichtig sind verhaltenstherapeutische Hinweise zur Selbstbehandlung, wie zum Beispiel "weiche Nahrung", Dehnübungen, Wärme- oder Kälte. Entspannungsübungen oder Stressmanagement sind weitere effektive Verfahrung, die erlernt werden können.
  3. Häufig wird in der Kieferorthopädie/ Zahnmedizin eine "Okklusionsschiene" eingesetzt, die in vielen Fällen zu einer Entspannung der Kau- und Kopfmuskulatur sowie zu einer Entlastung der Kiefergelenke führt.
  4. Physiotherapeutische Maßnahmen können helfen muskuläre Verspannungen reduzieren.
  5. In ausgewählten Fällen können schmerzlindernde, entzündungshemmende, muskelrelaxierende oder schlaffördernde Medikamente angezeigt sein, um Chronifizierungsprozessen entgegen zu wirken und die Lebensqualität zu verbessern.
  6. Ebenso können Infiltration mit Procain oder Nadelung von Triggerpunkten in die Muskulatur mit verschiedenen Substanzen sinnvoll sein und dauerhaft Linderung bringen.

CMD und Schmerzchronifizierung

In wenigen Fällen neigen Patienten mit "kraniomandibulären Dysfunktionen" zu einer Chronifizierung. Diese kann dann eintreten, wenn mehrere Risikofaktoren vorliegen. In diesem Fall können interdisziplinäre Maßnahmen eine Besserung der Beschwerden und der Lebensqualität bewirken, d.h. eine individuelle Kombination von verschiedenen therapeutischen Optionen.

pdfDie Schienentherapie
den kompletten Artikel als PDF herunterladen

Wie die Zähne wieder auf die "rechte Bahn" kommen: Die Schienentherapie bei einer Kiefergelenkserkrankung.

Ausführliche Informationen zum Lesen und Ausdrucken als PDF.

Dental Competence

Zahnarztpraxis
Dr. Litter & Dr. Leventic

Maximilianstraße 35/E
D-80539 München

Tel: +49 (0)89 - 294181
Fax: +49 (0)89 - 296961
Mail: info@dc-eins.de

News

Chronische Parodontitis und die Häufigkeit von Plattenepithelkarzinomen Es gibt vielfache Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen chronischen Infektionen/Entzündungen und Karzinomen. Ziel dieser Studie...

→ Artikel lesen