Implantat-Wissen

  1. Allgemeines Wissen zu Implantaten
  2. →Implantate und der chirurgische Eingriff
  3. →Implantate und ihre Nachsorge

Wie lange hält ein Implantat? Lohnt sich diese Form von Zahnersatz für mich? Kann jeder Patient ein Implantat erhalten oder muss man hierfür bestimmte gesundheitliche Voraussetzungen erfüllen? Fragen über Fragen - und hierfür haben wir großes Verständnis!

Zu einem Implantat entschließt man sich nicht spontan bei einem kurzen Zahnarztbesuch. Über ein Implantat möchte man informiert sein. Denn obwohl es für uns Implantologen zu dem aktuell besten Zahnersatz zählt, ist die Verunsicherung auf Seite des Patienten anfangs meist groß.

Handelt es sich doch um einen operativen bzw. chirurgischen Eingriff, der vielleicht mit Ängsten verbunden ist. In unserem "Implantat-Wissen" versuchen wir auf die am häufigsten gestellten Fragen unserer Patienten einzugehen. Selbstverständlich ersetzt dieses nicht unser persönliches Beratungsgespräch, aber es vermittelt Ihnen vielleicht einen ersten Eindruck, der Sie auf dem Weg zur Ihrer Entscheidung unterstützt.

1. Allgemeines Wissen zu Implantaten

Was ist ein Implantat?

Ein Implantat ist eine künstliche Zahnwurzel, die statt einem fehlenden, eigenen Zahn in den Kiefer eingepflanzt wird. Und damit sind wir auch gleich bei dem Vorteil eines Implantats gegenüber der "klassischen Brücke" oder "Prothese" als Zahnersatz. Ein Implantat sitzt eigenständig und fest in Ihrem Zahnfleisch/ Kiefer und verhält sich dementsprechend wie ein natürlicher Zahn. So überträgt es die Stimulation beim Kauen von Nahrung auf Ihren Kiefer und Sie können "fest und kräftig" zubeißen. Auch das Zahnfleisch und der Knochen um den "künstlichen Zahn" bleiben vollständig erhalten und bilden sich nicht zurück, wie es bei einer Zahnlücke üblich wäre. Doch vor allem muss kein gesunder, benachbarter Zahn angeschliffen werden, wie es meist bei dem Einsetzen einer Brücke der Fall ist.

Aus welchem Material besteht das Implantat?

Implantate werden heute aus dem Metall Titan oder Zirkoniumoxid (keramischer Werkstoff) hergestellt. Beide Materialien haben sich als biologisch besonders verträglich erwiesen und werden vom Kieferknochen gut angenommen. Allergien oder Abstoßungsreaktionen sind nicht bekannt.

Für wen ist ein Implantat geeignet?

Diese Frage ist einfacher zu beantworten, in dem wir damit anfangen, für welche Patienten ein Implantat nicht geeignet ist. Denn das Alter spielt in der Implantologie eine untergeordnete Rolle. Lediglich Kinder und Jugendliche sind von der Behandlung ausgeschlossen, nach oben sind altersmäßig keine Grenzen gesetzt. Entscheidend bei einem Implantat ist, in welcher gesundheitlichen Verfassung sich ein Patient befindet. So dürfen zu dem Zeitpunkt der Operation keine schweren Allgemeinerkrankungen vorliegen. Zu diesen zählen unter anderem schwere Herz-Kreislauf- oder ausgeprägte Stoffwechselerkrankungen. Betroffene mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) können behandelt werden, sie müssen jedoch zuvor gut eingestellt sein! Auch Raucher zählen zu den Risikogruppen. Rauchen gefährdet den Erfolg des Einwachsens eines Implantates. Ebenfalls muss Ihre Mundhöhle gesund sein, was heißt, dass Ihr Zahnfleisch keine Erkrankungen (wie Parodontitis) aufweist, die Wurzeln gesund und alle Zähne kariesfrei sind.

Wie verläuft der Weg von der Entscheidung bis zum belastungsfähigen Implantat?

Am Beginn einer jeden guten Arbeit steht die exakte Planung und nicht sehr viel anders verläuft es auch in der Implantologie. Um eventuelle Risiken zu minimieren, folgt, nach einem persönlichen Gespräch in unserer Zahnarztpraxis in München, die dreidimensionale, rechnergestützte Planung. Der chirurgische Eingriff selbst dauert in der Regel eine Stunde pro Implantat. Und dann ist alles vorbei? Gerne würden wir Ihnen dieses bestätigen, können es jedoch nicht! Denn die Wahrheit ist: Nach der OP beginnt die Einheilphase eines Implantats und diese beträgt zwischen ca. drei bis sechs Monaten (Unterkiefer ca. 3 Monate, Oberkiefer ca. 6 Monate). Erst nach der Einheilphase kann ein Aufbau auf das Implantat befestigt werden, auf das wiederum die fertige Krone platziert wird. Diese Zeit wird für den Patienten mit einem Provisorium überbrückt und trotzdem ist viel Geduld gefragt!

Lohnt sich der lange Weg zum Implantat?

Letztendlich stellt sich an dieser Stelle die Frage nach dem erwarteten Komfort der "Dritten Zähne". Patienten, die durch das Tragen von Prothesen schmerzhafte und/ oder entzündete Druckstellen besaßen und mit Implantaten erstmals wieder fest und schmerzfrei zubeißen können, sind von der neu gewonnenen Lebensqualität überzeugt. Andere Patienten greifen eventuell anfangs doch erst auf eine Prothese zurück. Letztendlich ist ein Implantat eine individuelle Entscheidung, die wir aus Sicht des Zahnarztes und des Implantologen nur befürworten können.

Was kostet ein Implantat?

Pauschal ist diese Frage nicht zu beantworten, da die Kosten von dem individuellen Schwierigkeitsgrad der Operation abhängt, von dem gewählten Material und letztendlich auch von der Art der Versicherung (Gesetzliche Krankenversicherung oder private? Besteht eine Zahnzusatzversicherung?). Dass, was wir Ihnen nennen können, sind vage Zahlen, die lediglich der Orientierung dienen. Demnach fangen die Gesamtkosten für ein einzelnes Implantat bei 1600 Euro an und reichen bis zu ca. 3000 Euro. Ist ein vorheriger Knochenaufbau notwendig, ist mit höheren Kosten zu rechnen. Während Private Krankenversicherungen in der Regel die Kosten für das Implantat übernehmen, wird es von gesetzlichen Krankenkassen nur bezuschusst. Wie groß dann letztendlich Ihr Eigenanteil ist, erfahren Sie, nachdem ein Heil- und Kostenplan von Ihrem Implantologen erstellt und bei der Krankenkasse eingereicht wurde. Denn dieser wird zunächst von der Krankenkasse überprüft und berechnet, bevor mit Ihrer Implantat-Behandlung begonnen wird.

Wie lange hält ein Implantat?

Implantate haben eine lange Lebensdauer! Haben Sie die Einheilphase erst einmal überstanden, profitieren ca. 90 Prozent aller Patienten auch nach zehn Jahren noch von einer vollen Funktionsfähigkeit und einem ästhetisch guten Aussehen. Damit Sie einen besseren Vergleich haben: Statistisch gesehen hat die Brücke nach zehn Jahren eine Erfolgsquote von ca. 80 Prozent und die Krone von ca. 75 Prozent.

Weiter zum nächsten Beitrag: Informationen zu →Implantate und die bevorstehende Operation

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